Interview Kevin Macierzynski

Vorbilder sind wichtig für die Entwicklung und Aufbau neuer Nachwuchstalente, deshalb bleiben wir unserer jährlichen Linie treu und haben auch heuer wieder einen jungen, aufstrebenden Vorarlberger zum Interview gebeten.

Kevin Macierzynski, ist 24 Jahre alt und jedem Eishockey-interessierten Vorarlberger ein Begriff. Nach seiner Ausbildung in Feldkirch und der U20 in Linz, konnte er bei den Oberösterreichern erstmalig EBEL Luft schnuppern. Danach zog es ihn wieder zurück nach Vorarlberg in das Kooperationssystem des EC Bregenzerwald und des Dornbirner EC. Dort feierte er seine bisher größten Erfolge und konnte sich persönlich stark weiterentwicklen.

Zunächst einmal möchte ich mich im Namen des VEHV bei dir für diese Gelegeneheit bedanken!
Kein Problem, das mache ich gerne.

Beginnen wir direkt mit der ersten Frage, wie immer wollen wir von unseren Interviewpartnern wissen, wie sie überhaupt zum Eishockey gekommen sind?
Ich war damals fünf Jahre alt, als mich mein guter Freund Alexander Grasböck gefragt hat, ob  ich in Feldkirch zum Schnuppertraining mitgehen möchte, es hat mir gleich so gut gefallen, dass ich direkt angefangen habe.

Wie siehst du deinen Wechsel von Linz zum EC Bregenzerwald bzw. dem Dornbirner EC, ein Fortschritt?
Für mich war es das Beste was mir passieren konnte, klar  wollte ich eigentlich nur in der EBEL spielen, aber ich habe in der INL sehr viel Selbstvertrauen gesammelt und konnte mich dadurch weiterentwickeln, das System „Kooperation“ finde ich also nicht schlecht.

Wie stellst du dir deine weitere Karriere vor? Was sind deine Ziele für diese Saison und die Zukunft mit den Bulldogs, spielt der Sprung ins Nationalteam eine Rolle?

Mein Ziel ist es, das ich in der EBEL bleiben und mich weiter entwickeln kann, sodass ich meiner Mannschaft weiterhin helfe. Das Ziel der Mannschaft ist ganz klar das Playoff, welches diese Saison bisher zwar noch nicht fixiert werden konnte, aber sicher machbar wäre.

 

Du bist aktuell mit 13 Punkten zweitbester Österreicher in deinem Team, wie würdest du selber deinen Einsatz bei den Bulldogs beurteilen und welches Feedback hast du von Trainerseite erhalten?
Jeder hat seine Rolle im Team, ich bin ein harter Arbeiter und fühle mich sehr wohl damit, der Trainer zeigt sich zurzeit mit meinen Leistungen zufrieden.

In Dornbirn hat man sich heuer etwas mehr erwartet, glaubst du noch an den Einzug in die Playoffs und was sind aus deiner Sicht die Gründe, warum es heuer nicht so rund läuft?
Klar glaube ich noch an die Playoffs! Wir hatten, so glaube ich, die ganze Saison nie den kompletten Kader zur Verfügung, das war sicher mit ein Grund für die schwache Leistung. Letzte Saison ist es uns oft gelungen, ein Spiel in letzter Minute zu drehen, heuer schaut das ganz anders aus. Oft hatten wir ganz einfach Pech und bekamen Doppelschläge innerhalb kürzester Zeit, sodass wir Spiele oft nur mit einem Tor Unterschied verloren haben.

Aktuell scheinst du im erweiterten Kader (Auf Abruf) des Nationalteams für den Ö-Cup in Graz auf, wie wahrscheinlich ist es aus deiner Sicht, dass wir dich bald im NT sehen werden?
Sicher würde ich mich über eine Einberufung freuen, aber es kommt auf meine zukünftigen Leistungen an, ob ich diese Chance bekommen werde.

Die Punkteregel schwebt wie ein Damoklesschwert über jedem österreichischen Eishockeyspieler, was hältst du davon?
Ehrlich gesagt, halte ich nicht viel davon, mehr muss ich dazu nicht sagen.

Wie sieht ein üblicher „Gameday“ bei dir aus? Wie bereitest du dich an einen Spieltag vor? Gibt es ein bestimmtes Ritual?

Gleich am Morgen geht es in die Halle auf die Platte zum Schwitzen, danach gehe ich meistens nach Hause oder mit den Kollegen etwas essen, dann schlafe ich gemütlich eine Stunde. In der Halle trinke ich kurz einen Kaffee und bespreche mit meinen Mitspielern, wie wir heute spielen werden. Ein besonderes Ritual habe ich nicht, ich bin auch nicht abergläubisch.

Da Vorarlberger, die den Sprung in die EBEL geschafft haben für den Nachwuchs immer als Vorbild gelten, kannst du ihnen einen Tipp, einen Leitspruch oder  eine Motivation geben, wie sie so erfolgreich werden können wie du? Was braucht man, um Profi zu werden?
Verliere nie dein Ziel aus den Augen, es gibt immer einmal ein Tief, aber darauf folgt ganz sicher ein Hoch. Der Spaß ist sehr wichtig, ohne Spaß keine Motivation, glaube immer an dich selbst und arbeite härter als jeder andere!

Auf dem Eis geht es immer hart zur Sache, was machst du in deiner Freizeit um „herunter“ zu kommen?
(lacht) Gute Frage, ich gehe öfters nach dem Training Kaffee trinken, aber sonst genieße ich einfach den Tag.

Was bedeutet Eishockey für dich selbst?
Für mich bedeutet Eishockey alles! Es macht unglaublich viel Spaß und Freude, alleine schon das Kabinenleben ist großartig und man hat immer etwas zu lachen.

Was war dein bisheriges persönliches Highlight in deiner Eishockeykarriere?
Tut mir leid, aber auch ich als Feldkircher empfinde den Sweep gegen die VEU Feldkirch im Halbfinale der letzten Saison und den anschließenden Meistertitel im Derby gegen den EHC Lustenau als größten Erfolg und persönliches Highlight. (weiß, dass Interviepartner VEU Anhänger ist)

Was ist für einen noch jungen Eishockeyprofi der Plan B, sollte es mit dem Eishockey nicht mehr klappen.
Ich habe eine abgeschlossene Berufsausbildung, sehe aber meine Zukunft noch beim Sport.

Hast du ein großes Vorbild?
International ist das sicher Evgeni Malkin, aber hier Martin Grabher-Meier, unsere Nummer 91, die sich schon lange in der Liga etabliert hat.

Vielen Dank für das ausführliche Interview, ich wünsche dir und deinem Team noch viel Erfolg in der laufenden Saison!
Dankeschön, gerne!

Interview wurde am 30. Jänner 2017 von Martin Heim geführt.

© Fotos: DEC/cdmediateam (2), DEC/GEPA Pictures (1)